Forum Ausbildung und Berufsbild

Aktuelles, Allgemein, Bildungsarbeit, Kulturpolitik, Personal

Ein Gastbeitrag von Kirsten Lehmkuhl

Das Forum „Ausbildung und Berufsbild“ fand in Wolfsburg mit seinen bewährten Bausteinen statt: der Podiumsdiskussion und der Vorstellung von Abschlussarbeiten aus den drei Archivlaufbahnen. Diesmal allerdings in anderer Reihenfolge, um der Podiumsdiskussion mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

„Wer macht denn eigentlich was? Berufsgruppen im Alltag zwischen Konkurrenz und Kooperation“ diskutiertem die drei Podiumsteilnehmer Kirsten Dehne (Münster), Vera Zahnhausen (Koblenz) und Vinzenz Lübben (Minden) als Vertreter der drei Laufbahngruppen. In der kurzweiligen Plenumsdiskussion wurden verschiedene Punkte angesprochen: Man war sich darüber einig, dass der Konkurrenzgedanke unter den Archivlaufbahnen (zumindest in ihren Archiven) keine Rolle spielt.

Neben der Podiumsdiskussion gab es Vorstellungen von Projekten und Abschlussarbeiten. Foto: VdA

Mitarbeiter vor allem des mittleren und gehobenen Dienstes würden jedoch bei gleichbleibender Bezahlung vermehrt übergeordnete Aufgaben wahrnehmen. Zu beobachten sei eine kritische Entwicklung auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt, da es immer häufiger zu Bewerbungen von Studienabsolventen auf Ausbildungsstellen im mittleren Dienst komme. Vera Zahnhausen äußerte daraufhin abschließend den Wunsch, dass starre Laufbahnrecht im Öffentlichen Dienst aufbrechen zu können um eine vereinfachte Durchlässigkeit in der Archivlandschaft zu ermöglichen.

Die drei Kurzvorträge von Marvin Herrmann (Lippstadt), Niclas Esser (Potsdam) und Richard Lange (Magdeburg) verdeutlichen auf interessante Art und Weise, wie breit das Spektrum archivischer Arbeit ist.
Während Marvin Hermann vom Abschlussprojekt der FaMI-Auszubildenden des Karl-Schiller-Berufskollegs (Dortmund) über die wirksame Vermarktung der „Landesinitiative Substanzerhalt (LISE)“ auf dem Westfälischen Archivtag berichtete, stellte Niclas Esser seine Abschlussarbeit an der FH Potsdam zum Einsatz von Spracherkennungssoftware bei Erschließungs- und Transkriptionsarbeiten vor. Live verzeichnete er eine Akte ausschließlich mit Spracherfassung. Sein eindeutiges Fazit: Sprachsoftware ist ein nützliches Gadget im Archiv, muss aber ihren dauerhaften Platz noch finden.

Als letzter Vortragender schloss Richard Lange mit einem hochaktuellen Thema. Seine Transferarbeit an der Archivschule Marburg über die potentielle Gefahr, als Archiv Opfer eines terroristischen Attentats zu werden, steht auf der Homepage des Landesarchiv Baden-Württemberg zum Download zur Verfügung.

Forum Ausbildung und Berufsbild
Leitung: Katharina Tiemann

Mittwoch, 27. September 13:30 bis 15:30 Uhr
CongressPark Wolfsburg / Kleiner Saal

Ein Gedanke zu „Forum Ausbildung und Berufsbild

  1. Man kann Frau Zahnhausen in ihrer Ansicht nur unterstützen.
    Folgen sollten die Ausbildungswege, die ebenfalls durchlässiger sein sollten.

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