Eröffnung des 87. Deutschen Archivtages

Der VdA-Vorsitzende Ralf Jacob hat am Abend des 27. September den 87. Deutschen Archivtag in Wolfsburg eröffnet. Nach verschiedenen Grußworten stand der Eröffnungsvortrag von VW-Manager Johan Jungwirth im Zentrum der Veranstaltung. Der Einladung zur Eröffnung im CongressPark Wolfsburg waren viele Gäste aus der Landes- und Lokalpolitik sowie Vertreter der Kultur und Wirtschaft gefolgt.

Blickt optimistisch in die Zukunft: Volkswagen-CDO Johan Jungwirth. Foto: VdA

Als Chief Digital Officer der Volkswagen AG schilderte Jungwirth den Weg ins digitale Zeitalter am Beispiel seines Unternehmens. Dabei zeichnete er ein optimistisches Bild der Zukunft, welches durch die Errungenschaften der Digitalisierung geprägt ist. Jungwirth prognostizierte, dass sowohl in der Automobilindustrie als auch generell die Bedeutung von Software immer weiter zunimmt und schon bald dominierend sein wird. Für alle Beteiligten müsse bei dieser Entwicklung immer gelten: der Mensch steht im Mittelpunkt – erst danach käme das digitale Produkt und dann die digitalen Unternehmen bzw. Institutionen.Weiterlesen

Tagungsblog zum 88. Deutschen Archivtag 2018 in Rostock

Ab sofort begleiten wir in diesem Blog den 88. Deutschen Archivtag, der vom 25. bis 28. September 2018 in Rostock stattfinden wird. An dieser Stelle finden Sie im Vorfeld Berichte und Neuigkeiten rund um den Kongress und eine ausführliche Berichterstattung während des Archivtags.

Herzlich willkommen zum Tagungsblog DAT Rostock 2018! Foto: VdA

Im vergangenen Jahr haben wir erstmalig einen eigenen Tagungsblog für den 87. Deutschen Archivtag in Wolfsburg bereitgestellt und waren gespannt auf die Reaktionen. Die vielen positiven Rückmeldungen zeigten deutlich, dass ein Tagungsblog auch für den 88. Deutschen Archivtage in Rostock gewünscht wurde. Diesem Wunsch kommen wir gerne nach und heißen Sie hiermit herzlich willkommen zur mittlerweile zweiten Ausgabe des Tagungsblogs!

Natürlich gibt es wie gewohnt weiterhin Neuigkeiten und Statusupdates auf unserer Homepage sowie auf unserem Twitterkanal.

Wir hoffen, Ihnen eine interessante Lektüre bieten zu können!
Ihr Redaktionsteam

 

Podiumsdiskussion „Big Data und die Archive“ – ein erfreulich „wortreicher“ Abschluss

Viele Archivtagsteilnehmer hatten in den letzten Jahren den Wunsch geäußert, den Archivtag durch mehr Zeit für Diskussion lebendiger zu gestalten. Das Programmkomitee modifizierte daher die Zweite Gemeinsame Arbeitssitzung zu einer Podiumsdiskussion und gab dieser Veranstaltung ein Thema mit, das vom Titel her ein „Blockbuster“ sein sollte: „Big Data und die Archive: Das Wechselverhältnis von technologischen Innovationen, Massenbearbeitung und archivischen Arbeitsprozessen“.

Die Leitung der Podiumsdiskussion hatte Dr. Bettina Joergens (Landesarchiv NRW, Abt. Ostwestfalen-Lippe, Detmold / Mitglied VdA-Gesamtvorstand) übernommen, die diese schwierige Aufgabe – das soll gleich zu Anfang gesagt werden – auch hervorragend bewältigte. Sie eröffnete mit einem Zitat von Wolf D. Meier-Scheuven (Präsidenten der IHK Ostwestfalen), der vor kurzem die aktuelle Situation folgenmaßen kurz zusammengefasst hatte: „Die Art, wie wir arbeiten, und die Kommunikation der gesamten Wertschöpfungskette ändern sich radikal“.

Vlnr.: Dr. Bettina Joergens, Dr. Sabine Graf und Dr. Hannah Mormann. Foto: VdA

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Bericht zur Sektionssitzung 1

Ein Gastbeitrag von Dr. Bastian Gillner

Sie sind traurige Realität in den meisten Archiven: Erschließungsrückstände, und davon meist eine ganze Menge. Sie entstehen durch eine hohe Arbeitsbelastung in den Archiven, die zu einer Priorisierung zwingt, welche aber zumeist nicht zu Gunsten der Erschließung ausfällt. Schließlich verursachen die ruhenden Bestände – im Unterschied zu den meisten anderen Aufgaben – erst einmal keinen Handlungsdruck. Möglichen Lösungen dieses Problems widmete sich die erste Sektionssitzung des Deutschen Archivtags 2017 unter dem Motto Im Rückstand – Was tun mit unseren „Altlasten“ und taugen unsere Standards?

Leiter Dr. Hans-Christian Herrmann und die Referentinnen. Foto: VdA

Jürgen Treffeisen vom Landesarchiv Baden-Württemberg Generallandesarchiv Karlsruhe eröffnete mit einem Paukenschlag: Im Generallandesarchiv Karlsruhe läuft die Erschließung größtenteils über nicht-ständige MitarbeiterInnen, deren Zahl bis zu 25 beträgt. Vorwiegend handelt es sich dabei um Hilfskräfte, angefangen bei ungelernten 1-Euro-Kräften bis hin zu AkademikerInnen mit höheren tariflichen Entlohnungen. Eingestellt werden diese MitarbeiterInnen nicht aus sozialen Gründen, sondern weil sie gute Arbeit leisten können. Auf ihre Motivation wird schon bei der Einstellung geachtet.

Verantwortlich für das Arbeitsergebnis sind die archivischen Betreuer, die eine laufende Qualitätssicherung zu gewährleisten und damit ihre Führungsaufgaben wahrzunehmen haben. Ungeachtet einer regen Fluktuation der nicht-selbständigen Mitarbeiter werden diese in vollem Umfang in die archivische Arbeitswelt einbezogen, um ein Zugehörigkeitsgefühl sicherzustellen. Mit einem Arbeitsaufwand von wöchentlich 8-10 Stunden könne eine Führungskraft somit eine Erschließungsleistung von jährlich 500-700 laufenden Metern verantworten.Weiterlesen

Gemeinsame Arbeitssitzung

Ein Gastbeitrag von Dr. Philip Haas

Der zweite Tag des Kongresses in Wolfsburg begann direkt mit einer großen Veranstaltung. In der einzigen Gemeinsamen Arbeitssitzung des 87. Deutschen Archivtags wurde aus verschiedenen Perspektiven der Umgang mit Überlieferungsmassen beleuchtet.

Zu Beginn der Arbeitssitzung stellte die Sektionsleiterin grundlegende Überlegungen zum Thema des diesjährigen Deutschen Archivtages an. Das Problem der Massenakte sei nicht neu, aber die digitale Massenakte stelle die Archivlandschaft vor neue Herausforderungen. Ein Königsweg zur nachhaltigen Überlieferungsbildung und digitalen Langzeitarchivierung stehe bislang noch aus.

Stieß auf großes Interesse: Die Gemeinsame Arbeitssitzung. Foto: VdA

Katharina Tiemann und Dr. Peter Worm vom LWL skizzierten die Schwierigkeit, vor welche digitale Massenakten gerade kleinere Kommunalarchive stellten und präsentierten ein mögliches Lösungskonzept am Beispiel des elektronischen Bewertungsprogramms „Anlei“ . Die Umstellung von Papier- auf eAkten verlange neue Strategien der Überlieferungsbildung in Form digitaler Bewertungssysteme. Angesichts beschränkter Ressourcen ermögliche ein „intelligentes Überlieferungswerkzeug“ die effektive Überlieferungsbildung mittels verschiedener Marker und Schnittstellen zur Übernahme der Metadaten. Es bestehe ein erhebliches Rationalisierungs- und Automatisierungspotenzial, sofern die Archive sich auf die technischen Entwicklungen einließen.Weiterlesen

Interview mit Alexander Herschung

Beim 87. Deutschen Archivtag ist der Software-Hersteller Startext bereits zum wiederholten Male Sponsor des Kongresses. Wir haben mit Inhaber und Geschäftsführer Alexander Herschung gesprochen.

Startext Inhaber & Geschäftsführer Alexander Herschung

VdA: In den vergangenen Jahren war Startext in unregelmäßigen Abständen bei verschiedenen Fachtagungen präsent. Der Deutsche Archivtag mit der Fachmesse ARCHIVISTICA ist für Sie ein fester Jahrestermin – was ist aus Ihrer Sicht das Alleinstellungsmerkmal der ARCHIVISTICA?

A.H.: Die Menge und Vielfältigkeit sowohl der Besucher, als auch der Vortrags- und Workshopthemen, sowie der teilnehmenden Aussteller zeichnen die Archivistica aus. Anregende archivfachliche Gespräche und Veranstaltungen sind ebenso garantiert, wie zahlreiche Kontakte zu unseren Kunden und Interessenten.

Ich verfolge in der startext eine eigene F&E-Strategie, wir  entwickeln  initiativ innovative Werkzeuge und Softwarekomponenten und freuen uns jährlich zur Archivistica auf die Gelegenheit, unsere Neuentwicklungen der Archivcommunity vorzustellen. In diesem Jahr präsentieren wir unser neuestes Produkt  COMO für die Übernahme unstrukturierter Dateisammlungen.

VdA: Das Archivwesen befindet sich in einem gewaltigen Wandel; in der Informationsgesellschaft wird der Dienstleistungsgedanke für die Archive immer wichtiger. Die Software muss ständig Schritt halten und entsprechend angepasst werden. Wünschen Sie sich nicht heimlich die Pionierzeit der Softwareanbieter zurück?Weiterlesen

Vorschau auf lokalhistorischen Vortrag

Neben archivfachlichen Beiträgen wird es auf dem 87. Deutschen Archivtag auch in diesem Jahr wieder einen lokalhistorischen Vortrag geben. Thema: „Sich Einschreiben in die Demokratie. Bürgerbriefe an den Oberbürgermeister als Medium der politischen Teilhabe im Wolfsburg der 1950er/60er Jahre.“ Was genau darunter zu verstehen ist, erklärt Referent Dr. Alexander Kraus in diesem Beitrag. 

Direkt an die staatlichen Vertreter adressierte Bürgerbriefe sind – anders als beispielsweise Petitionen – in der bundesdeutschen Nachkriegsdemokratie im Grunde nicht vorgesehen. Es haftet ihnen im Zeitalter einer repräsentativen Demokratie etwas Vormodernes an; nicht selten wurden sie daher in ihrer frühen Rezeptionsgeschichte als anachronistische Überlieferungen einer längst vergangenen „Untertanenkultur“ beschrieben. Dabei gesteht Artikel 17 des Grundgesetzes einem jeden Bürger das Grundrecht zu, „sich einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen schriftlich mit Bitten oder Beschwerden an die zuständigen Stellen und an die Volksvertretung zu wenden“.

Der Bürgermeister von Berlin-Kreuzberg, Willi Kressmann (l), übergibt zur Rathauseinweihung Oberstadtdirektor Wolfgang Hesse (r) einen Kummerkasten, Wolfsburg 1958. Foto: IZS

Das Bundesverfassungsgericht stärkte diese Position 1953 noch dahingehend, dass eine „ordnungsgemäß eingereichte Petition“ eine über eine bloße Empfangsbestätigung hinausreichende schriftliche Antwort erforderlich mache. Die Göttinger Kulturanthropologin Michaela Fenske liest denn auch gerade die Bürgerbriefe der Bonner Republik als wichtigen Schritt im Aushandlungsprozess der bundesdeutschen Nachkriegsdemokratie.Weiterlesen

Sommer-Spezial-Angebot für Neubucher

Für einen begrenzten Zeitraum macht die WMG Wolfsburg Wirtschaft und Marketing GmbH Neubuchern für den 87. Deutschen Archivtag 2017 ein besonderes Angebot: zum Kongressticket gibt es eine kostenlose Eintrittskarte für die Erlebniswelt Autostadt dazu.

Das Angebot gilt für alle, die sich zwischen dem 4. und 18. August neu für den Kongress registrieren. Dabei muss das Ticket nicht in der Zeit des Kongresses eingelöst werden, sondern ist bis Ende des Jahres 2017 gültig.
Zur Anmeldung geht es hier
. Bitte reservieren Sie nach erfolgter Registrierung das Ticket für die Autostadt per E-Mail unter: info@vda.archiv.net.

Die Autostadt vom Mittellandkanal aus gesehen. Foto: Richard Bartz

Die Erlebniswelt Autostadt ist gleichzeitig ein Auslieferungszentrum für Neuwagen, Museum und Freizeitpark. Sie gilt als eine der größten Attraktionen Wolfsburgs und hat seit ihrer Eröffnung im Jahr 2000 bereits 34 Millionen Besucher angelockt. Neben moderner Architektur und vielen Exponaten aus der Automobilgeschichte bietet die Autostadt ihren BesucherInnen auch regelmäßig Veranstaltungen zu ganz unterschiedlichen Themen.

Podiumsdiskussion statt Zweiter Gemeinsamer Arbeitssitzung

Anders als in den letzten beiden Jahren wird es beim 87. Deutschen Archivtag in Wolfsburg keine Zweite Gemeinsame Arbeitssitzung geben. An ihre Stelle tritt eine Podiumsdiskussion zum Thema „Big Data und die Archive: Das Wechselverhältnis von technologischen Innovationen, Massenbearbeitung und archivischen Arbeitsprozessen“ unter Leitung von Dr. Bettina Joergens.

Zum Abschluss des Archivtags erfolgt in diesem Jahr eine als Podiumsdiskussion gestaltete Veranstaltung. Eine Soziologin, ein Wirtschaftsinformatiker sowie ArchivarInnen diskutieren über die Wechselwirkungen zwischen neuen Technologien und Medien sowie der Herausforderung angesichts von Massendaten und -akten einerseits und den archivischen Abläufen und Arbeitsprozessen andererseits. Dabei werden klassische archivische Aufgaben wie Bewertung, Übernahme, elektronische Archivierung, Bereitstellung und Nutzung sowie Digitalisierung beleuchtet.

Podiumsdiskussion auf dem 84. Deutschen Archivtag 2014. Foto: VdA

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Aktuelles: Frühbuchertarife enden/ erste Veranstaltungen ausgebucht

In der kommenden Woche läuft die Frist für den Fühbucherrabbat beim 87. Deutschen Archivtag aus. InteressentInnen können diesen bei der Online-Anmeldung noch bis zum Freitag, 23. Juni, nutzen. Die ersten Veranstaltungen sind bereits ausgebucht.

Spiegelsaal. Foto: CongressPark Wolfsburg

Wer einen Besuch der Fortbildungsveranstaltung 3: Personenbezogene Angaben in Archivgut und Erschließungsdaten: Einführung in das Benutzungsrecht und die Rechtsgrundlage bei der Internetpräsentation sowie Hinweise für die Praxis plant, sollte schnell handeln; noch sind wenige Plätze verfügbar.

Aufgrund begrenzter Kapazitäten ist es hingegen leider nicht mehr möglich, sich zum Internationalen Austausch zu archivfachlichen und -politischen Themen am Mittwochnachmittag anzumelden. Auch für die Fortbildungsveranstaltung 5: Pfade ins digitale Dickicht. Chancen und Herausforderungen bei der Erschließung mit Normdaten am Freitag können keine Anmeldungen mehr entgegengenommen werden.

Bei vielen anderen Veranstaltungen sind derzeit noch Restplätze verfügbar, diese werden nach Eingangsdatum der Anmeldungen verteilt. Über aktuelle Entwicklungen wird der VdA auch weiterhin hier auf dem Tagungsblog informieren.