Kategorie-Archiv: Archive stellen sich vor

Das Rostocker Universitätsarchiv

Text: Dr. Angela Hartwig / Bearbeitung: VdA

Das Universitätsarchiv Rostock beherbergt mit seinen historischen Beständen das Gedächtnis einer der ältesten Hochschulen Deutschlands und des Ostseeraumes. Es bewahrt mehr als 3000 laufende Meter Akten und über 100 Urkunden welche die Entwicklung der im Jahr 1419 gegründeten Universität widerspiegeln.

Eingangsbereich nach der Restaurierung 2014. Foto: Universität Rostock

Das Archiv der Universität Rostock hat eine lange Tradition. Schon in den Statuten des 15. Jahrhunderts wird von einer arca oder Kiste gesprochen, in der wichtige Urkunden und die Matrikel aufbewahrt wurden. 1878 erließ das engere Konzil die erste Archivordnung und richtete ein Archiv ein, für das der Rektor verantwortlich war.
1947 beauftragte der Rektor den Aufbau des Universitätsarchivs. Zunächst wurde die Rückführung der während des Krieges ausgelagerten Bestände organisiert, die Ordnung wiederhergestellt und mit der Übernahme der Fakultätsarchive begonnen. Danach folgte die Übernahme des Registraturguts der Hochschule bis zum Jahre 1945 und dessen Ordnung. Eine Erschließung und Verzeichnung der umfangreichen Bestände blieb zunächst aus.Weiterlesen

Das Stadtarchiv Rostock (Teil 2)

Text: Dr. Karsten Schröder / Bearbeitung: VdA

Im ersten Teil des Beitrages zum Stadtarchiv Rostock hat dessen Leiter Dr. Karsten Schröder die Geschichte des Hauses Revue passieren lassen. Im zweiten Teil wirft er einen Blick auf die Bestände und die derzeitigen Aufgaben.

Der Lesesaal des Stadtarchivs Rostock. Foto: Ramona Fauk, Rostock, 2018

Der Archivalienbestand des Stadtarchivs Rostock führt bis in das Jahr 1250 zurück. Da lediglich Teile der Bestände Obergericht (16.-19. Jahrhundert) und Niedergericht (14.-19. Jahrhundert) durch Kriegseinwirkungen beschädigt bzw. vernichtet wurden, kann das Stadtarchiv auf eine relativ geschlossene und für das ausgehende Mittelalter sogar bemerkenswert dichte wie gehaltvolle Überlieferung verweisen. Deren Kern bilden 184 Bestände und große Teilbestände (mehr als 3.200 lfm), davon 300 lfm Amtsbücher sowie ca. 3.400 Urkunden und ca. 4.850 Testamente, die derzeit mehr als 750 Jahre Stadtentwicklung dokumentieren.

Neben den Archivalien des Rates, der Bürgervertretung(en) und der Stadtverwaltung verfügt das Haus auch über nicht nichtstädtische Archivalien, so über Archive von Vereinigungen der Kaufmannschaft und des Handwerks aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit sowie von Verbänden der Wirtschaft, über einige Firmenarchive (nur aus dem 20. Jahrhundert), über Vereinsunterlagen sowie 33 Personen- und Familiennachlässe. Darüber hinaus kann das Stadtarchiv Rostock auf 28 archivische Sammlungen verweisen, darunter beispielsweise eine von ca. 9.300 Theaterzetteln und –programmen mit dem derzeit ältesten bekannten Theaterzettel im deutschsprachigen Raum aus dem Jahre 1520.Weiterlesen

Das Stadtarchiv Rostock (Teil 1)

Text: Dr. Karsten Schröder / Bearbeitung: VdA

Wie bereits in der vergangenen Ausgabe 3-2018 der Fachzeitschrift ARCHIVAR geschehen, möchten wir auch hier im Tagungsblog die Archivlandschaft rund um den Tagungsort vorstellen. Den Anfang macht das Rostocker Stadtarchiv – für den Text danken wir dessen Leiter, Dr. Karsten Schröder.

Aus dem Jahre 1252 stammt die erste verbürgte Nachricht über ein Urkundendepot des Rostocker Rates, eine Truhe, verwahrt im ältesten Kirchspiel der Stadt. Verantwortlich für die schriftliche Überlieferung Rostocks waren zwei dazu bestellte Ratsherren. Diese sogenannten Archivarien versuchten  gelegentlich, meist nur kurzzeitig und mehr oder weniger erfolglos, Ordnung und Stetigkeit in das kommunale Registratur- und Archivwesen zu bringen.

Stadtarchivar Dr. Ernst Dragendorff (1869-1938) in seinem Dienstzimmer, 1922. Repro: Ramona Fauk, Rostock

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